Wind-Wahn-Menschenkette / Aktion „Stunde der Vernunft“

140 Meter lang sind die Masten der bei Apfelbach und Althausen geplanten Windkraftanlagen. Diese Ausmaße und die der Rotorblätter stellte die Bürgerinitiative "Wind-Wahn nein Danke" im Zentrum von Bad Mergentheim dar.

Bundesweit sind Bürgerinitiativen, die sich gegen den Ausbau der Windkraft zusammengeschlossen haben, am Samstag, 14. September, in der Zeit von 10.55 bis 11.55 Uhr durch Infostände, Demonstrationen und Versammlungen für ihr gemeinsames Anliegen eingetreten. So auch in Bad Mergentheim, wo der Verein "Wind Wahn - Nein Danke - Bad Mergentheim e.V." eine Menschenkette bildete, deren Länge die Nabenhöhe eines Windrades darstellte.

"Die Stadtverwaltung Bad Mergentheim plant unter ihrem Oberbürgermeister Udo Glatthaar den Bau von zwei groß dimensionierten Windparks in den Teilorten Althausen und Apfelbach“, heißt es in einer Presseerklärung des Vereins. Beteiligt sei auch die katholische Kirche im Bad Mergentheimer Spitalwald. "Nach dem Willen der Stadtverwaltung und des Stadtwerks sollen an Wald-Standorten auf den Höhenzügen an landschaftssensibler und raumbedeutsamer Stelle am Ortsrand von Althausen und Apfelbach Windkrafträder mit der gigantischen Höhe von etwa 200 Meter installiert werden." Die Bürgeriniative sei nicht grundsätzlich gegen Windkraft eingestellt. "Die Bürgeriniative wehrt sich aber gegen die von Politik und Verwaltung aufgezwungenen Windkraftanlagenstandorte, wenn daraus zu viele Nachteile zu Lasten von Natur und Mensch entstehen."

Mit zwei spektakulären Aktionen hat "Wind WAHN - Nein Danke Bad Mergentheim e.V." bereits mittels Heißluftballon in Apfelbach und Hubschrauber in Althausen die Ausmaße der neuen "Windkraftgiganten" dargestellt, da aus Sicht vieler ihrer Mitglieder und Anhänger die von der Stadtverwaltung initiierte Visualisierung "zu verharmlosend ist".

An beiden Standorten bestehen laut Bürgeriniative von Rotmilanen stark frequentierte, breite Flugkorridore und im Umfeld Fledermausvorkommen. Befürchtet werde auch eine Beeinträchtigung beim Kur- und Tourismusbetrieb, teilt die Bürgerinitiative mit. Dies dürfe im "Lieblichen Taubertal" nicht passieren. Aus Sicht der BI sind die Planungen von Oberbürgermeister Udo Glatthaar "ein klassisches Eigentor für die Kur-, Urlaubs- und Bäderstadt Bad Mergentheim". Die Rodung von Wald und Versiegelung von Flächen gefährde weiterhin die Funktion des Waldes als Wasserspeicher mithin bis zu einem eingeschränkten Hochwasserschutz.

Die Planungen der Stadt Bad Mergentheim sehen einen viel zu geringen Mindestabstand der Windkraftgiganten zu Wohngebäuden vor, meint die Bürgeriniative. Sie fordert, dass sich auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann einer Bundesratsinitiative für flexible Abstände anschließt. Auf Althausen und Apfelbach bezogen wird ein mehr als verdoppelter Abstand als bisher vorgesehen gefordert.

Mit der bundesweiten Aktion am Samstag wollte die Bundesinitiative "Vernunftkraft" die Bevölkerung und die Politik eine Woche vor der Bundestags- und Hessenwahl und unmittelbar vor der Wahl in Bayern aufmerksam machen.

Die Mitglieder und Unterstützer der Bürgerinitiative "Wind-WAHN - nein danke – Bad Mergentheim e.V." formierten sich im Bereich der Burgstrasse. Hierdurch wollen sie Flagge zeigen bei der bundesweiten Aktion "Stunde der Vernunft in der Energiepolitik" und rund eine Stunde lang mit einer Menschenkette auf ihre Kritik an den geplanten Windkraftanlagen bei Apfelbach und Althausen aufmerksam machen.

Ein großes Transparent wurde entfaltet und neben dem Milchlingsbrunnen hochgehoben. Andere tragen Plakate. Klaus Ulrich, einer der beiden BI-Vorsitzenden, hat Signbalband mitgebracht - damit wird die Strecke markiert: Vom Deutschordenplatz bis zum Milchlingsbrunnen - "rund 140 Meter, also der Mast", sagt Ulmrich. Von dort aus verzweigen sich dann "die Rotorblätter" - ein Flügel zum Ledermarkt, ein anderer in die Mühlwehrstraße und der Dritte geht zum Ende der Fußgängerzone am Alten Rathaus. Aus Sicht der Bürgerinitiative war die Veranstaltung ein grosser Erfolg.

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