Infoabend zu Risiken von Windkraftanlagen im Dorfgemeinschaftshaus in Bad Mergentheim-Neunkirchen

Die Bürgerinitiative "Wind-WAHN-Nein-Danke Bad Mergentheim" veranstaltete am Freitag, den 11.10.2013 im Dorfgemeinschaftshaus in Bad Mergentheim-Neunkirchen eine Informationsveranstaltung zum Thema Windkraft im Allgemeinen und im Stadtgebiet Bad Mergentheim und den umliegenden Gemeinden im Besonderen.

Dr. Friedrich Buer ist der Überzeugung, dass eine effiziente Energienutzung der Königsweg in der Energiefrage ist.

Auf Einladung der Bürgerinitiative sprachen der Arbeitsmediziner Dr. Bernhard Voigt zum Thema "Sind wir gefährdet durch Infraschall?" und der Publizist und Biologe Dr. Friedrich Buer zum Thema "Sind Windräder überflüssig und gibt es effektive Alternativen?" Moderiert wurde die knapp dreistündige Veranstaltung von Franz Adam.

"Offizielle Verlautbarungen zum Thema Infraschall sind dringend überholungsbedürftig", betonte Bernhard Voigt. Laut seiner Aussage gelte in Deutschland die Meinung, eine Schallquelle sei nur dann als gefährlich anzusehen, wenn sie die Hörschwelle überschreite. "Das ist absoluter Nonsens", so Dr. Voigt.

So liege der von Wind erzeugte Infraschall zwar in einem für den Menschen nicht hörbaren Frequenzbereich von eins bis zwölf Hertz, sei aber dennoch schädlich. Voigt wies darauf hin, dass die Anlagen einen erheblichen Schalldruckpegel emittieren würden. Laut Messungen der geophysikalischen Bundesanstalt erzeuge beispielsweise ein Windrad in einer Entfernung von 200 Metern einen Schalldruck von 80 bis 140 Dezibel. "Um 100 dB zu schaffen, müsste ich beispielsweise schon sehr laut brüllen", veranschaulichte der Mediziner die Zahlen. Bezugnehmend auf eine Studie der amerikanischen Forscherin Nina Pierpont erklärte Voigt, Lärm könne auch dann eine körperliche Reaktion hervorrufen, wenn er nicht hörbar sei. "Diese Aussage ist internationaler Kenntnisstand, nur hier in Deutschland will man davon nichts wissen", beklagte der Forscher. Pierpont habe in ihrer WTS-Studie (Wind-Turbine-Syndrome) umfassend die Wirkung von Infraschall im Körper nachgewiesen. Dieser werde vom Gleichgewichtsorgan im Ohr wahrgenommen. Wie die Forscherin dargelegt habe, könne er unter anderem Herz- und Kreislaufbeschwerden, Schlafstörungen, Angstzustände, Depressionen und verminderte kognitive Leistungsfähigkeit verursachen. Zu einem ähnlichen Ergebnis sei auch der Forscher Alec Salt gekommen. Dieser habe gezeigt, dass Infra- und Tieffrequenzschall die äußeren Haarzellen im Ohr reizen würde. Diese seien speziell gebaut und würden den Körper in Alarmzustand versetzen, wenn sie Infraschall wahrnehmen. In der Folge würde der Körper unter anderen mit Stress und Herzklopfen reagieren. "Es ist also Unsinn, zu behaupten, Infraschall würde im Körper keine Reaktionen auslösen, nur weil wir ihn nicht hören", folgerte Voigt aus den Ergebnissen der beiden Wissenschaftler. "Bei uns hingegen wird immer nur behauptet, der Infraschall sei ungefährlich", bemängelte der Arbeitsmediziner. Beweise dafür habe er bis jetzt doch noch keine gesehen, merkte er an. Mit Blick auf diese Erkenntnisse seien die bisherigen Mindestabstände zwischen WKAs und Wohnbebauung deutlich zu gering. "Der Abstand sollte groß genug sein, um Schäden und Belastungen für die Bürger zu vermeiden", forderte er. Bei der Festlegung der Abstände könne man sich beispielsweise an den englischen Grenzwerten orientieren. Dort ist laut Voigt für WKAs mit mehr als 150 Metern Höhe ein Abstand von 3000 Metern vorgeschrieben. Eine Möglichkeit sei auch ein Vorschlag, der in Bayern gegenwärtig diskutiert werde. Dieser sieht als Mindestabstand das Zehnfache der jeweiligen Anlagenhöhe vor.

Die Frage nach einer Alternative zu Windkraftwerken beantwortete Dr. Friedrich Buer eindeutigen "Ja". Geht es nach ihm, so ist eine effizientere Nutzung der vorhandenen Energie der Königsweg. "Wenn wir Energie sparen wollen, müssen wir aus der Energie, die wir haben, mehr rausholen", sagte Buer, der für seinen scharfzüngigen Vortrag viel Zustimmung aus dem Publikum bekam. Wenn dies gelinge, könne man auf Windräder verzichten und sogar noch sämtliche Atomkraftwerke abschalten, zeigte er sich überzeugt. Den Ausbau der Windkraft betrachtete er äußerst kritisch. "Da läuft etwas massiv schief", meinte er. So sei man trotz Windkraft weiterhin gezwungen, Atomstrom zuzukaufen. Auch für die CO2-Bilanz seien die Windräder nicht hilfreich. "Was wir hier an CO2 einsparen, wird über den Zertifikatehandel irgendwo anders in der Welt verbraucht", merkte er an.

Besorgt zeigte sich der Biologe auch bzgl. der großen Zahl an Vögeln, die durch Windräder den Tod fänden. Nach Angaben des Bundesverbandes Windenergie und der Naturschutzverbände seien dies rund 50.000 Tiere pro Jahr. "Aber ich schätze, dass es in Wirklichkeit mindestens zehnmal so viele sind", so Buer. Daneben würden nach Hochrechnungen des Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin auch noch 200.000 Fledermäuse pro Jahr Opfer der Windturbinen, erklärte Dr. Buer.

Im Anschluss an die Vorträge konnten die Zuhörer noch ihre Fragen an die beiden Referenten richten.

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