Es besteht Handlungsbedarf

Von Alfred Sailer

Die "Grünen" sagen Ja zur Windkraft - so berichtete die Presse. Frische Eindrücke von der Besichtigung des Windparks "Heide" bei Queckbronn/Neubronn gelegen brachten die Stadträte Schmieg und Tuschhoff zur "Grünen"-Ortsverbandssitzung mit. Ich war dort auch zugegen und stelle nun fest, dass die "Grünen" eine erstaunliche Kehrtwende vollzogen haben. Diese Partei stellt nicht mehr die Menschen in den Mittelpunkt aller Dinge. Früher taten sie es. Ich zitiere aus dem Gelesenen: "Die mit dem Windkraftausbau verbundenen Eingriffe in die Natur werden von den "Grünen" als Preis für die Annehmlichkeiten der modernen Technik und zur Umsetzung der Energiewende akzeptiert".

Fakt: In den 90er Jahren haben wir alle dem Bau von drei Windkrafträdern zugestimmt. Die Nutzung privat (keine Heuschrecken) die Einweihung wurde ein Volksfest - die Abkehr vom Atomstrom begann also in Weikersheim.

Weitere Räder folgten, zurzeit stehen neun und noch mehr sollen folgen. So die Chronik der Dinge. Seit einiger Zeit verstärken sich Klagen von Bürgern aus Queckbronn, dass bei entsprechender Windrichtung Schalllärm zu hören ist. Das Beleuchtungsszenario stört die Menschen auch. "Rotlichtmilieu" grüßt.

Es ist also nicht nur eine Ruhestörung, die insbesondere auch beim Schlafen stört. Das nenne ich Folter, welcher zu gesundheitlichen Schäden führt. Folter ist aber in der Bundesrepublik Deutschland verboten. Nun kommen auch aus Neubronn Klagen in dieser Richtung. Wir haben also Handlungsbedarf. Der Mensch, die Tiere, die Natur, besonders auch der Wald muss geschützt werden. Verwunderlich ist, dass die "Grünen" vom Ortsteil Niederrimbach berichten, wo Schall und so weiter keine Rolle spielen soll, der Ort liegt im Tal. Fragen Sie doch mal die Bürger von Neubronn und Queckbronn auf der Höhe. Und: Man kann leicht etwas akzeptieren, wenn man dort gar nicht wohnt und dem Problem erst gar nicht begegnet.

Befragen Sie doch mal in Bad Mergentheim die Bewohner vom Eisenberg, die Sicht auf Althausen haben. Die sehen alle die störenden Windräder in voller Pracht und genießen das tolle Panorama.

© Fränkische Nachrichten, Samstag, 29.06.2013