Ein kirchlicher Kardinalsfehler

Von Günter Plonka

Es ist eine Freude zu sehen, mit welchem Engagement sich Bürger unseres lieblichen Taubertals für ihre Belange einsetzen, wenn so genannte "wohlwollende" Politiker, mit ins Boot genommene Professoren aus dem Bereich Wirtschaft und andere in Netzerken verbundene Gewinnmaximierer ihnen das Wasser, in Form ihrer lebenswerten Umwelt, abgraben wollen.

Politiker fordern in Sonntagsreden immer wieder den mündigen Bürger. Zeigt sich dieser in Diskussionsrunden sachargumentativ gut informiert, so wird ihnen diese Müdigkeit sehr leicht zum Ärgernis und sie versuchen andere Saiten ihres "Schalmeienspiels" aufzuziehen.

Von Politikern erwartet man meist kein anderes Verhalten. Anders sieht es aus, wenn die Kirche bei diesem Spiel mitmacht und so war ich schon sehr überrascht, dass auch unsere katholische Kirche bei dem Gewinnmaximierungsspiel in und um Apfelbach und Althausen ihre Finger im Spiel haben soll, wie Herr Paul Riegler in seinem Leserbrief berichtete.

Fragwürdiges Vorgehen

Bis 2011 durfte ich der Vertreter unseres Dekanates im katholischen Diözesanrat sein und ich hätte heftigst interveniert, wenn unsere Kirche sich an so einem profanen Gewinn- und Naturzerstörungsspiel beteiligt hätte. Ich hielte es für einen kirchlichen Kardinalsfehler, wenn unsere Kirche sich bei diesem fragwürdigen Vorgehen beteiligten sollte.

Es ist wohl wahr: "Geld stinkt nicht" - und zudem glauben manche: "Man kann nicht genug davon haben". Lebenskluges Nachdenken kommt oft zu einem anderen Ergebnis. Gerade unsere katholische Kirche steht nach dem Führungswechsel hin zu Papst Franziskus vor einem geistigen Paradigmenwechsel. Das Credo des neuen Papstes weist auf christliche Demut und Bescheidenheit hin, die im Alltag und mit dem Mitmenschen gelebt werden soll. Diese Maxime christlichen Seins sollte auch bis ins Dekanat Mergentheim vorgedrungen sein.

Zu Trio ergänzen

Von Jesus Christus ist bekannt, dass er die Zähltische der Geldschacherer im Tempel umstürzte. Ich bin überzeugt, dass er sich heute mit manchem Windradinvestor anlegen würde. Papst Franziskus wäre ebenso dabei und das Dekanat Bad Mergentheim sollte das Ganze zu einem Trio ergänzen. - Nur Mut.

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 26.07.2013