Eiskalter Schauer

Von Paul Riegler

Nach der Dokumentation und Veranschaulichung von Professor Klärle im Dorfgemeinschaftshaus Neunkirchen war ich für den Windpark. Zumal ich auch eine Waldfläche im ausgewiesenen Gebiet besitze.

Prof. Klärle demonstrierte bildhaft, dass man die Windräder kaum sieht; sie sich quasi in die Landschaft schmiegen, ja fast ein harmonisches Bild abliefern. Toll, dachte ich, warum dann die ganze Aufregung.

Bei der Hubschrauber-Aktion der Althäuser Windkraft-Gegner wurde ich eines Besseren belehrt. Als der Hubschrauber die 140 Meter Nabenhöhe umkreiste und dann auf die 200 Meter Rotorblatt-Höhe anstieg, lief mir ein eiskalter Schauer über den Rücken. Den Zuschauern um mich herum erging es ebenso.

Das blanke Entsetzen stand allen ins Gesicht geschrieben. Wenn ich mir vorstelle, dass diese Monstergiganten in unserem schönen Rechental entstehen sollen und neben dem kläglichen Rest des verbleibenden Waldes 200 Meter in den Himmel ragen, erfüllt mich der Gedanke an die Demonstration von Prof. Klärle mit großer Wut. Wut vor allem gegen Stadtrat und Vertreter der Kirche, die an diesem Abend ihre Zustimmung zu dem Ganzen deutlich werden ließen. Jeder von denen will verdienen, an diesem Unrecht an der Natur.

Nur wir haben sie dann vor der Nase stehen, diese Mahnmale auf unserem Berg. Wie damals - auf Golgatha - da standen die drei Kreuze auch als Mahnmale für alle, die Unrecht begangen haben. Bei uns stehen dann aber mehr, viel mehr. Und unschuldige Tiere, ja sogar geschützte Vogelarten, werden darunter leiden.

Deshalb liebe Bürger von Althausen, Neunkirchen und Bad Mergentheim (vor allem diejenigen, die am Eisenberg wohnen), unterstützt die Windrad-Gegner von Althausen, und helft mit, diesen Wahnsinn zu verhindern. Sollte es doch so weit kommen, bleiben nur zwei Dinge; aus der Kirche austreten und den kompletten Stadtrat in die Wüste schicken.

© Fränkische Nachrichten, Dienstag, 23.07.2013