Gut funktionierende Dorfgemeinschaft bricht auseinander

Von Robert Volkert

Nachdem die Flyer mit den Dimensionen der Anlage verteilt wurden, war ich sichtlich geschockt! Dennoch bin ich nicht gegen Windkraftanlagen! Aber so! Das kann es nicht sein!

Althausen: ein kleines liebenswertes Nest, jeder kennt jeden, viele Vereine und dadurch auch einige Aktionen im Jahr. Wir hier im Ort sind bekannt durch unseren Zusammenhalt, für Eigenleistung, die wir kostenlos in die Gemeinschaft einbringen. Ich für meinen Teil lebe gerne hier und habe mit Freunden, Vereinskollegen und Bekannten schon einige Veranstaltungen gemeinsam durchgezogen. Dies ist und war für Althausen immer so gewesen. Ein "Freydorf" halt, ein bisschen eigen, aber wie gesagt liebenswert! Nun bestimmen Stadtrat und Oberbürgermeister, dass oberhalb von Althausen mehrere Windkraftanlagen gebaut werden sollen. Wie kurzfristig und kostspielig kann man hierbei nur denken?

Ich verstehe die Befürworter sehr gut, man kann natürlich finanziell einiges abgreifen ( übrigens ,wenn es auf meinem Grund wäre würde ich auch dafür stimmen!) Aber man muss auch die Gegner verstehen, die durch die Anlagen Einbußen hinnehmen müssen. Wertverlust zwischen 20 und 40 Prozent durch Geräuschpegel, Ansicht und Schattenwurf! Somit ist es vorbei mit der Einigkeit, das liebenswerte Dorf wird in zwei Teile gerissen. Bei Veranstaltungen wird es immer schwieriger werden, die Personen zusammen zu bekommen. Plötzlich haben wir überall und an allen Stellen pro und kontra! Dies wird sich für das Ortsklima vergiftend auswirken! Na, Herr Oberbürgermeister bzw. Stadträte kurzfristig und unüberlegt gedacht? Können Sie den finanziellen Verlust der Stadt kalkulieren, wenn hier in Althausen nichts mehr geht? Wir werden wie andere auch nur noch die Hand aufmachen und fordern "macht mal!". Ganz abgesehen von den zwischenmenschlichen Beziehungen, die hier zerstört werden. Ein Dorf bricht auseinander! Kommen Sie doch mal an Veranstaltungen nach Althausen und Sie werden sehen, was dörflicher Zusammenhalt heißt. Gemeindefasching, Maibaumfest der Jugend, das Freibad, Quadrolon und Schützenkärwe, alles Liebenswertes, ohne das ich mir Althausen nicht vorstellen könnte! Aber Bad Mergentheim ist doch so weit weg! Sie werden dann auch nicht im Sommer im Schwimmbad sitzen und " wupp, wupp, wupp, wupp" im gleichmäßigen Takt hören! Überlegen Sie mal mit ihrem Gemeinderat etwas länger, vielleicht klingelt es dann! Noch zwei Sprüche zum Schluss: " Wer Zwietracht sät, wird Streit ernten!", " Wer Wind sät, wird Sturm ernten!" Im übrigen war ich früher Stadtrat, aber ich hatte meinen normalen Menschenverstand immer dabei!

© Fränkische Nachrichten, Montag, 22.04.2013