Zerstörung der Landschaft

Von Prof. Dr. Hans-Werner Springorum

Die FN vom 17. Januar 2014 haben über die Bürgerversammlung in Reinsbronn zum Thema "Windpark" berichtet. Die gigantischen Türme sollen eine Höhe von 200 Metern erreichen, insgesamt sind zehn Windräder geplant und schon in wenigen Wochen wird die Baugenehmigung erwartet. Schon im Februar soll die Rodung beginnen, die Teilzerstörung des Klosterwaldes steht also unmittelbar bevor. Offensichtlich steckt der Bürgermeister Creglingens Uwe Hehn mit den Investoren der Windgiganten unter einer Decke. Die besorgten und verunsicherten Bürger werden mit konsequenzfreien Informationsveranstaltungen eingelullt und ihre Bedenken sollen mit den bekanntlich unseriösen Windgutachten und Schallprognosen zerstreut werden. Herr Hehn hätte sich die Mühe machen sollen, den klugen und informationsreichen Vortrag von Freiherr Enoch zu Guttenberg am 16. Januar 2014 in Bad Mergentheim-Neunkirchen anzuhören. Vielleicht wäre ihm dann klar geworden, dass die Zerstörung unserer Lebensräume die von Herr Hehn als "sechsstelligen Betrag" bezifferte Geldsumme kaum aufwiegen kann. Die Projektierer stellen in Aussicht, dass eine nächtliche Lärmgrenze von 45 Dezibel eingehalten werde. Ich möchte bei 45 Dezibel Dauerbeschallung nicht schlafen müssen! Scheinheilig wird vermerkt, dass im Falle auftauchender Probleme durch Schall- und Schattenwurf die Betroffenen sich ja an die Windparkbetreiber wenden könnten. Ist tatsächlich jemand so blauäugig anzunehmen, dass die Windparkbetreiber solche Beschwerden und Einwände überhaupt zur Kenntnis nehmen werden? Wie lange wollen sich die Menschen von geldgierigen Investoren, die wie Kolonialherren in den Main-Tauber-Kreis einfallen, und ihren Kumpanen in den Rathäusern noch für dumm verkaufen lassen? Für die anstehenden Kommunalwahlen sollten wir jeden einzelnen Kandidaten befragen, welche Position er zur weiteren Zerstörung der Horizonte unserer Landschaft vertritt.

© Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 22.01.2014