„Landtagsabgeordneter als Windfahne“

Von Karl Pflüger

Das Mitglied des baden-württembergischen Landtages (MdL), Professor Wolfgang Reinhart, hat vermutlich erkannt, Unternehmergewinne aus Windkraft machen reich!

Mit einer Firma, an der neben ihm ein Wirtschaftsprüfer sowie ein Finanzdienstleister beteiligt sind, versucht Professor Reinhart seine Heimat zu retten. Heimatland in Bürgerhand!

Als Landtagsabgeordneter hat Herr Reinhart viele Partner und Beiräte gewinnen können.

Der Betrachter dieses Netzwerkes fragt sich, ob sich diese Partner (Personen, örtliche Banken, Unternehmer, Genossenschaften, Altbürgermeister, Landräte) ganz freiwillig und unabhängig auf der Internetseite oder in der Presse erwähnen lassen und ob diese die Vorgehensweise und Firmenkultur des Herrn Reinhart so mittragen. Die Landräte Brötel (Neckar-Odenwald-Kreis) und Frank (Main-Tauber-Kreis) sind laut Pressemitteilung schon als Aufsichtsräte in vorgesehenen Genossenschaften platziert.

An anderer Stelle schlägt Professor Reinhart Herrn Frank als Kandidaten für das Amt des Landrates Main-Tauber wieder vor. Die Partei lässt grüßen!

Professor Reinhart reist zurzeit in tauberfränkisch-hohenloher Lederhosen durch das Land.

Als Landtagsabgeordneter sowie als Minister a. D. muss er sich zunächst fragen lassen, welche Rolle er in den Regierungsperioden Erwin Teufel (Windkraftverhinderer) und Stephan Mappus doch in Bezug auf erneuerbare Energien, Atomkraft und Ver- und Ankauf der EnBW-Aktien gespielt hat. War er dort in einem Netzwerk für unsere Heimat unterwegs, das insbesondere Windkraftanlagen verhindert hat? Ist Baden-Württemberg unter anderem wegen ihm Schlusslicht in Sachen Windkraft?

Dass so viele Windkraftanlagen im Main-Tauber-Kreis stehen, hat man einzig und allein Unternehmern zu verdanken, die gegen dieses Netzwerk kämpfen mussten.

Der Bürger, sowohl als Grundstückseigentümer wie auch später als Beteiligter muss wissen, dass es sich bei der Firma, an der Professor Reinhart mehrheitlich beteiligt ist, schlichtweg um ein Unternehmen handelt, das wie jedes andere Unternehmen Gewinnerzielungsabsicht hat.

Im Gegenteil, durch das Deckmäntelchen Netzwerk besteht die Gefahr, dass sich diese Absicht deutlich erhöht. Es gibt im Heimatgebiet, das gerettet werden soll, mehrere Firmen, die seit mehr als zehn Jahren Hunderte von Gesellschaftern an Bürgerwindrädern in Form von GmbH & Co. KG beteiligt haben.

Bei sachkundiger Auskunft durch seinen Steuerberater wird ein Interessierter erfahren, dass überwiegend bei der Beteiligungsform Genossenschaft neben der Projektierungsfirma, Aufsichtsräte, Vorstände, Genossenschaftsprüfungsverband, Geschäftsführer sowie das Finanzamt die besten Geschäfte machen.

Der Beteiligte mit niederer Beteiligung sollte sich unabhängig informieren, nicht dass dieser noch die Zeche bezahlen muss.

© Fränkische Nachrichten, Samstag, 08.12.2012