Schallende Ohrfeige

Von Bertram März

Wer am vergangenen Samstag die Fränkische Nachrichten aufmerksam gelesen hat, ist in der Serie 'der Landkreis, das unbekannte Wesen' Teil 12 über die Aussage von Landrat Reinhard Frank zum weiteren Ausbau der Windenergie gestoßen.

Mit welch einer Arroganz hier die weiteren Ausbauziele für die Windkraft im Kreis besungen werden, ist an Selbstherrlichkeit nicht mehr zu überbieten. Jeder, der sich mit näheren Details der Windkraft beschäftigt, kann den hier gemachten Aussagen eigentlich nur ein müdes Lächeln entgegen setzen. Doch leider ist das Thema viel zu ernst, als dass man einfach darüber wegsehen kann. Da der möglich zu leistende Beitrag von Windkraftanlagen zur Energiewende bereits häufig diskutiert wurde, soll darauf an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden. Die Aussage jedoch, dass das Landratsamt unter Führung des Landrates 'eine spezielle Task-Force zur zügigen und zeitnahen Abwicklung von Genehmigungsanträgen für Windkraftanlagen eingerichtet hat', sollte jeden Bürger aufschrecken. Sind Sie denn der Steigbügelhalter für die Interessen der derzeitigen Landesregierung bzw. einzelner Interessengruppen oder nicht doch den Bürgern des Landkreises verpflichtet? Ist das Landratsamt die neutrale Genehmigungsbehörde, die es eigentlich sein sollte? Diese Fragen stellen sich viele Bürger.

In den letzten Monaten hat sich bereits eine breite Front gegen den sinnlosen weiteren Ausbau gebildet. Dies macht deutlich, dass sich die Bürger des Landkreises mit dem Thema beschäftigen.

Das muss unserem Landrat abgesprochen werden, hat er sich doch, meiner Information zufolge, bisher auf noch keiner Veranstaltung, egal ob von Befürwortern oder Gegnern, mit nötigen Informationen versorgt, als dass man hier von einem kompetenten Gesprächspartner mit neutraler und unabhängiger Grundeinstellung reden könnte.

Die hier gemachten Aussagen sind eine schallende Ohrfeige gegen die um ihre Heimat besorgten Bürger des Main-Tauber-Kreises, denn dessen Anliegen werden, und das zeigt das Verhalten unseres Landrates deutlich, nicht mal im Ansatz ernst genommen. Wie lange sich die Bevölkerung dieses Verhalten noch bieten lassen wird bleibt abzuwarten.

© Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 08.01.2014