„Zeigt Udo Glatthaar zum ersten Mal sein wahres Gesicht?“

Von Klaus Ulmrich

In dem Bericht ging es unter anderem um die Windrad-Standorte bei Althausen und es war zu lesen: "Geärgert habe er sich, so der OB, über die massive öffentliche Reaktion der Bürgerinitiative "Gegen Windwahn" (hier war ein Vertrauensbruch angedeutet worden), die es nicht für nötig befunden habe, vorher bei der Stadt einmal nachzuhaken, ehe sie mit ihren "falschen Informationen" an die Presse gegangen sei".

Dazu nehmen wir wie folgt Stellung: Im Oktober nahm Klaus Ulmrich an einer öffentlichen Gemeinderats-Sitzung in Boxberg teil, in der über den aktuellen Sachstandsbericht zum Thema Windkraft informiert wurde. Dort wurden Pläne vorgelegt, in denen die Standorte von zehn Windrädern eingezeichnet waren; fünf auf Boxberger Gemarkung und fünf auf Althäuser Gemarkung. Auf Nachfrage eines Gemeinderatsmitglieds, ob diese Standorte schon endgültig seien, bejahte dies der Referent und merkte an, dass es nur noch marginale Verschiebungen geben könne.

Diese Information war sehr überraschend und widersprach dem, was bei allen Veranstaltungen zur Windkraft von OB Glatthaar und dem Bauamt, aber auch vom Stadtwerk ständig beteuert wurde, dass Anzahl und Standorte erst festgelegt werden könnten, wenn die Gutachten vorlägen.

In einem Telefongespräch bestätigte das Stadtwerk, dass man die Pläne kenne und dass Anzahl und Standort der Windräder in Absprache mit der dortigen Betreiberfirma ZEAG festgelegt wurden. Man ärgerte sich nun darüber, dass ZEAG die Pläne so frühzeitig schon veröffentlicht habe. Auch das städtische Bauamt bestätigte in einem weiteren Telefonat, dass man ebenfalls Kenntnis von den Plänen habe. Auf Nachfrage, warum man dies in den Versammlungen verschwiegen habe, bekam Ulmrich eine für ihn nicht nachzuvollziehende, ehrverletzende Antwort: Man wolle die Grundstückseigentümer vor den Angriffen der Bürgerinitiative schützen.

Dies waren die konkreten Hintergründe, weshalb wir weitere Gespräche mit der Stadt in Frage stellen, denn ohne Vertrauensbasis, ohne davon ausgehen zu können, dass man offen und ehrlich miteinander umgeht, sind Gespräche nicht zielführend.

Die erneute bewusst gesteuerte Attacke in den FN gegen uns, lässt darauf schließen, dass OB Glatthaar das strategische Ziel verfolgt, die Glaubwürdigkeit der Bürgerinitiative zu untergraben, um die Wirksamkeit ihrer Aktionen in der Öffentlichkeit abzuschwächen.

In keiner seiner öffentlichen Äußerungen zum Thema Windkraft ging er auf die Sorgen der betroffenen Menschen ein, auf die Natur- und Landschaftszerstörung, auf die Gesundheitsgefährdung durch Infraschall oder auf den Verlust von Lebensqualität.

Auch die aktuellen Diskussionen über die Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen, die Unzuverlässigkeit des Windatlasses oder die zunehmenden Insolvenzen von Windparks scheinen ihn nicht zu interessieren. Auf unsere Forderung, konkrete Windmessungen in Apfelbach und Althausen durchzuführen, um die Wirtschaftlichkeit überprüfen zu können, hat Oberbürgermeister Udo Glatthaar noch nicht reagiert.

Diese Auseinandersetzung erinnert an die kommunalen Konflikte der Vergangenheit.

Glatthaars Vorgänger fachten häufig schwelende Konflikte durch schuldzuweisendes Handeln zusätzlich an, anstatt durch konfliktlösende Strategien diese zu dämpfen - zum Schaden der ganzen Stadt! Deshalb kann man durchaus die Frage stellen, ob Hoffnungsträger Glatthaar in unserem Falle erstmalig sein wahres Gesicht zeigt.

© Fränkische Nachrichten, Samstag, 07.12.2013