Es ist Zeit zum Aufwachen

Von Günther Plonka

Unser Papst Franziskus hat die Zeichen der Zeit wohl erkannt: Es ist nicht genug zu wissen was gut und recht ist - nein, erst mit dem Tun beginnt das Gutsein. Und noch besser ist es, man lässt das Deuten mit dem Zeigefinger auf den Andern sein, kehrt den Finger um und beginnt bei sich selber den geist- seelischen Genesungsprozess. -Schwer genug, aber heilsam. Mancher Schüler weiß bei einer fünf in der Mathematik-Klassenarbeit sofort diejenigen aufzuzählen, die eine sechs "geschafft" haben. Jeder Vater sollte da unaufgeregt fragen, wer eine eins bis drei geschafft hat.

Wir Katholiken sind gerade dabei, wie der FC Bayern München, uns für eine neue "Spielzeit" mit unserem neuen Papst Franziskus einzurichten. Dieser gab die Maxime des neuen Systemspiels sogleich bekannt: "Bei uns wird nicht gemauert, wir spielen voll auf Angriff, trainieren den 'geistigen Hüftspeck' ab und zwar nach dem Motto: Fürchtet euch nicht, und geht hinaus in alle Welt und fordert Rechenschaft von denen, die glauben sich alles leisten zu können." - Darunter befindet sich mancher, nach seiner Ansicht, gutgläubige Katholik. Von unserem neuen Pontifex kommt der Satz: "Alle Priester und Ordensleute haben die Aufgabe, ihre Komfortzone zu verlassen." Um diese Aussageform zu präzisieren könnten wir für das "X" einsetzen: "Beachtet die Quadratmeterzahl eurer Wohnungen, vergleicht sie mit den Quadratmetern neu zugezogener Migranten, Finanzbeteiligungen an gigantischen, 200 Meter hohen Windrad-Monstern mit dazugehöriger Naturzerstörung sind tunlichst zu unterlassen, Limousinen im 50 000 Euro Bereich sind zu hinterfragen, Sonntagspredigten sind in erster Linie hinsichtlich ihrer menschendienlichen Umsetzbarkeit zu prüfen und nach moralischen Allgemeinplätzen abzutasten." Hilfreich könnte ein Satz aus einem Lied im Gotteslob sein, der da lautet: "Weck die arme Christenheit aus dem Schlaf der Sicherheit." -Aufwachen gefälligst.

© Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 01.08.2013