Geht es nun erst so richtig los im Taubertaler Windwahn?

Von Bernd Kurpiela

Es geht weiter, oder nun erst so richtig los im Taubertaler Windwahn? Nachdem nun am 22. Mai in den Fränkischen Nachrichten ein Pressebericht von einer Veranstaltung in Pülfringen sogar in der Rubrik "Region" mit einer ersten zarten Animation von zwei Windrädern abgedruckt wurde, und laut Bericht bereits elf errichtet und insgesamt 33 geplant bzw. zu befürchten sind, kommt jetzt auch in Bad Mergentheim Bewegung in die Angelegenheit.

Die Stadt beziehungsweise die Stadtwerke Bad Mergentheim beauftragten nun das Ingenieurbüro Klärle mit dem Anfertigen von Visualisierungen. Dies wird nun mit Hilfe eines Geoinformationssystems (GIS) versuchen darzustellen, wie sich für die Konzentrationszonen in Apfelbach und Althausen das Landschaftsbild ergeben bzw. verändern wird.

Die Fakten in den Visualisierungen sind wie folgt von den Projektierern weitergegeben worden: In der Konzentrationszone 1 südlich von Apfelbach sollen vier Anlagen, in der Zone 3 südöstlich von Apfelbach sechs und in Althausen ebenfalls sechs Anlagen aufgestellt werden. In Althausen kommt noch eine unbestimmte Anzahl auf Boxberger Gemarkung hinzu. Die Anlagen werden eine Nabenhöhe von 141 Metern und einen Rotordurchmesser von 117 Metern haben. Das ergibt eine gesamte Anlagenhöhe von 199,5 Metern. Diese Visualisierungen sollen am 3. Juni ab 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Neunkirchen der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Es ist ermüdend, ernüchternd, aber nicht hinzunehmen, wie es geschieht, dass, aus welchen tausendmal wiederholten Gründen auch immer, die Kommune scheinbar alle Einwände von sich schiebt und auf "Verhinderungsplanung, Landesplanungsgesetz, Windenergieerlass, Regionalplanung etc. verweist... und letztendlich zusammen mit den Stadtwerken kräftig dabei verdienen will.

Das müssen wir so in dieser Deutlichkeit sagen, wenn zum Beispiel in der vom Stadtwald dominierten Zone südlich von Apfelbach sechs Windräder und auch in Althausen mit städtischen Flächen ein bis zwei von sechs Windrädern aufgestellt vorzugsweise in Wäldern aufgestellt werden sollen... wird sich dann auch die Kirche in Althausen mit ihren Flächen anschließen?... tut uns leid, aber dafür haben wir kein Verständnis. Dies soweit zur städtischen Wertschätzung der heimischen Wälder.

Die komplette, immer mehr zur Farce werdende unkoordinierte Energiewende, die zu 100 Prozent auf wirtschaftliche Anreize setzt, bei der ökologisches Denken gar nicht gefragt ist und europäisch, geschweige denn global nicht mitgetragen wird, wird uns viel mehr nehmen als sie uns nach dem heutigen Stand der Technik zu geben imstande ist. Der Schutz von Mensch und Natur spielt in dieser Angelegenheit einfach keine, aber auch wirklich gar keine Rolle.

© Fränkische Nachrichten, Samstag, 01.06.2013